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Sonntag, 29. Januar 2006

Benjamins Passagenwerk - DISKUSSION

  • Arbeit und Spiel ineinander zu überführen sei der Traum der Moderne - Benjamin als Technikutopist?
  • Ist das Problem der Gnosis nur als Ausnahmezustand zu denken?
  • Grad der Übereinstimmug der Darstellung der Komplexität und Auflösung der (ur-) chrisltichen Familie im Kontext der Trinität mit dem Konzept der antigenealogischen Revolte
  • mimetische Vorführung findet in Fouriers Kontext auf Basis taktiler Wahrnehmung statt
  • Spiel als kulturelle Techniik die eine Aneignung der Welt möglich macht und das Potential zur Visualisierung des Unsichtbaren hat
  • Ist das antigenealogische Element als Ausnahmezustand im Problem der Gnosis nur als solches zu denken?
  • Im Sozialismus fehlen die utopistischen Elemente Fouriers mit ihrer Betonung der Lust
  • Absolutsetzung des Prinzips der Reproduktion

Benjamins Passagenwerk - A. Deuber-Mankowsky

Antigenealogische Revolte und Reproduktion. Zum Verhältnis von Utopie und Technik in Benjamins Passagenwerk.

Antigenealogische Revolte:
Ein Aufstand gegen das Gesetz der Herkunft, Thomas Macho hat den Begriff für die revolutionäre Figur der Gnosis geprägt. Die gnostischen Bewegungen des frühen Christentums können als Ausdruck einer antigenealogischen Revolte gedeutet werden. Jesus Christus erscheint als Begründer eines antigenealogischen Liebesideals. Jesus sagt: "Ich und der Vater sind eins".
Die hierarchisch strukturierte Kirche spaltet sich in gnostische Sekten ohne patriarchalische Ordnungsebenen um den "Gott der Liebe" zu suchen. (Macho) In den gnostischen Evangelien tauchen die Frauen wieder auf als Gefährtinnen.

Die Verbindung der Gnosis zu Benjamins Passagenwerk?

  • Die frühsozialistischen Utopien in Benjamins Darstellung der Moderne.
  • Die frühsozialistische Neuordnung der Geschlechterbeziehungen und Veränderung des Verhältnisses von Technik, Gesellschaft und Natur bilden den Hintergrund jener Utopien der Moderne - "Eine Zukunftvorstellung mit Zukunft".
  • Vorstellung einer Arbeit mit Ausbeutung der Natur und ein Technkverständnis das auf deren Beherrschung hinauslief.

Nach Fourier sollte die wohlbeschaffene gesellschaftliche Arbeit weit davon entfernt sein, die Natur auszubeuten.
Ein glücklicher Diskurs:
Fourier begann eine neue Gesellschaftsordnung zu entwerfen - diese neue Gesellschaft sollte auf der landwirtschaftlichen Vereinigung und dem Prinzip der freien Liebe basieren.
Die neue Zivilisationordnung soll laut Fourier auf der Abschaffung der Familie aufbauen. Für das Funktionieren braucht man eine Mindestanzahl von Mitgliedern und eine bestimmte Fläche Land. Die Vorstellung einer Ordnung orientiert sich nach Fourier an der Vorstellung eines Paradieses. Wissenschaft, Politik und Vernunft wird mit der Ablehnung von Fourier verfehlt.
Differenz zwischen 1ter und 2ter Technik, die Benjamin entlang seiner Analysen einführt:
Technik als kollektives Organ. Der Übergang vom Zeitalter der 2ten zur 1ten Technik.
Benjamin und die Theorie des Spiels:
Benjamins Konzentration auf die manschinelle Mechanik des Glückspiels. Innovation des Kollektivs.
Innovation der technischen Organe des Kollektivs.
Benjamin spielt mit der Doppeldeutigkeit von Wert und Wertung, über eine bestimmte Art des Lebens wird immer auch Wertung produziert - eine Gesellschaft die sich lediglich auf die Produktion von Waren konzentriert. Die Lust als revolutionäre Seite der Technik, Medium der Wahrnehmung und der taktilen Rezeption der Technik.

Das politische Tier und seine Medien - DISKUSSION

Stichworte
  • Anknüpfungspunkte an die politische Ökonomie im Kontext des Verhältnisses von Sprache und Stimme bilden sich unter dem Aspekt der Mediendifferenz
  • Stimme kann im Gegensatz zur Sprache genau das sagen was sie sagen will
  • Notwendigkeit der Kontrolle des Staates über die Sprache
  • Bürger sollen kommuniziernen nach Hobbes
  • Marx: Kommunikation als Produktionsweg
  • Ausnahmezustände der Medien bestimmen die Regeln
  • potentieller Anschluss an Speicher- und Übertragungsmedien
  • Ökonomie wird als nicht-suspendierbarer Bereich beschrieben, was bedeutet dies wenn Kultur ebenso beschrieben wird
  • Post-industrielle Kritik an Aristoteles auf Basis neuer virtueller Medien, da hier die Sprache existenziell ist
  • kolportiertes Wachstum als Mär, da Nicht-Reproduktion (Tod, Vernichtung, Ausnahmezustand) nicht betrachtet wird
  • jedes neue Medium schiebt die Grenze des Sicht- und Betrachtbaren hinaus

Das politische Tier und seine Medien - L. Scholz

Rekurrierung auf Aristoteles: Mensch als politisches Tier mit Sprache.

Bei diesem geht die Sphäre der Reproduktion geht unmittelbar in die Produktion über.
Die Polis leitet sich nicht aus des Eukos ab, in der die Despotie des Familienvaters sich in der Notwendigkeit des (Über-)Lebens, als Garant für Reproduktion, begründet.
Das Staatsoberhaupt unterscheidet sich daher wesentlich von diesem, es geht um Politik, nicht nur um Reproduktion, das Leben der Polis ist kein gesteigertes Modell des Eukos. Die Polis ist vielmehr dem Eukos gegensätzlich, der Mensch ist damit der Despotie enthoben, es existiert Freiheit. Die Gesetze der Polis stehen über denen des Eukos. Das Leben der Reproduktion wird in der Polis negiert, es findet eine Steigerung hin zum "guten" Leben statt. Der Mensch ist hier ein politisches Tier, nicht mehr ein biologisches Tier. Die Grenze stellen hier die Gesetzgebungen der Polis dar.
In diesem Kontext erklärt Hannah Arendt: "Politik existiert niemals um des Lebens willen." - Es ist eine Gemeinschaft der Freien, die Quelle der Freiheit ist das sich selbst auf Spiel setzende Leben.
Die Quelle der Freiheit ist das die Sorge um das biologische Leben enthoben ist, nur wer Herr über den biologischen Lenbensprozeß ist, kann dies leisten.
Das Sein ist im Bezug auf den Tod als essentieller Faktor zu fassen.

Medienbezug der Thematik

In der Sprache zeigt sich das politische Wesen des Menschen. Sie ist nicht allein ein Werkzeug, sondern Mittel der Abgrenzung von der Stimme. Menschen und Tiere können mit der Stimme die aktuelle Situation kommunizieren. Allerdings besitzt nur der Mensch die Schriftsprache, diese ermöglicht die Existenz , da der Mensch hier aus seinem eigenen Lebensprozeß hinaustritt. Der Staat an sich existiert auf Basis der Wahrnehmung, des Beschreibens des "Nicht-Vorhandenen", eine Teilnahme an Erfahrungen ist nur durch mediale Aufbereitung möglich. Medien sind dabei als ein Ort unaufhebbarer Kontingenz zu betrachten.

Hobbes:

Frage nach Recht anstatt nach Gerechtigkeit, daher sind Medien bei Hobbes auf das tatsächlich körperlich Existente verwiesen, als Wissenschaft der Reproduktion von Körpern. Das Verhalten der Bürger als Herdentiere bedingt den Ort der medialen Kultur als sozialen Prozeß.

Hegel:
Es exitiert eine Differenz von Sprache und Stimme, dabei dient die Stimme als unmittelbarer Ausdruck bei Mensch und Tier. Die Sprache ist vollkommen und über den Tod hinaus existent, sie ist ein Erziehungsinstrument und dient der Hereinbindung des Einzelnen in die Gesellschaft. Das Absolute des Staates ist das Absolute der Sprache.

Marx rethinked:
Die Reproduktionsgeschichte des Menschen als Gattungswesen wird betrachtet.
In Anlehnung daran erfolgt eine funktionale Ausdifferenzierung durch Becker auf Basis der nicht erfassbaren Kontingenzerfahrung. Becker hat einen Kulturbegriff geschaffen, bei der Kultur da einsetzt wo Alternativen zur Reproduktion formuliert werden. Kultur hat einen blinden Fleck, sie sieht nicht was sie nicht sieht. Sie hat am Diskurs über die Notwendigkeit der Reproduktion keinen Anteil, sie dient nur der sekundären Kontingenzabwehr. Kultur stellt sich als Ergebnis ausgesonderter Möglichkeiten der Reproduktion dar.
Es findet Unterscheidung zwischen souveräner und zweckgerichteter Kommunikation, analog zu Barthey, statt. Souveräne Kommunikation beschreibt die Grenze zur Nicht-Kommunikation und verhält sich ähnlich zur zweckgerichteten Kommunikation wie Polis zu Eukos.
Medien sind daher Ermöglichungs-Bedingungen sowie Unermöglichungs-Bedingungen für Kommunikation. Die Addressierbarkeit ist abhängig von existenten Grenzen.
Medien sind Ursprungsmedien, keine Verbreitungsmedien, sie sind weder Dinge noch Personen, nach F. Haider. Mediumvorgänge sind nur relevant wenn sie im Reproduktionsprozeß eine Rolle spielen, eigenständig sind sie nur ein Nichts.

Ökonomie der Emotionen - Diskussion

  • Warum Emotionen? Die Relevanz von Emotionen und Genres?
  • "Scientific Management" in der Filmindustrie.
  • Der Begriff der Unsicherheit auf Seiten des Rezipienten und der Produzenten. "Der Horror der Produzenten."
  • Subkulturelles Vergnügen am Genre Horror und generische Öffentlichkeit?
  • Ökonomisierung in der Aristotelische Diskussion am Begriff des Ethos?
  • Disziplinierung oder Diskriminierung? Eine Sozialisierung der Gefühle?
  • Inwieweit ist die Anwendbarkeit auf das Medium DVD gegeben?
  • Massensuggestion eine Genrespezifische Merkmale?
  • Gebrauchswertversprechen und Gebrauchswert?

Ökonomie der Emotionen - P. Vonderau

Ökonomie der Emotionen: Horrorfilm

Der Filmesender SkyMovies beauftragt Wissenschaftler damit ein formelhaftes Modell für den idealen Horrorfilm zu erstellen. "Elemnte des Schreckens" werden in einer Wirkungsformel zusammengefasst. Eine mögliche Gefühlsreaktion wird unterstellt.
Sind Spielfilme programmierbar, die den Zuschauern ein Fließband der Emotionen präsentieren?
Eine Ökonomisierung der Gefühle soll anhand von Genre-Filmen dargestellt werden. Horrorfilme bieten einige Vorteile bei der Programmierung von Unterhaltungsangeboten. Das Risiko des Scheiterns wird minimiert bzw. ausgeschlossen.
Eine affektive Programmierung scheint schnell überbewertet, ein kognitiver Referenzrahmen wird durch das Genre geschaffen.
Die industriegeschichtliche Seite des ökonomischen Handelns:
"Filme sind reine Information", der Zuschauer entscheidet über deren Effizienz. Das Management der Filmstudios setzt daher auf erbrobte und bekannte erfolgreiche Erfolgsmuster.
Eine tatsächlich funktionierende Formel für den Erfolg einer Produktion hat es vermutlich nicht gegeben, aber die Idee einer solchen Formel organisierte die Zyklen.
Technologisch verursachte Segmentierung des Marktes verursacht eine Informationsnotwendigkeit der Kinobetreiber.
Rick Altman: "Horrorflme setzen einen spefischen Modus der Verarbeitung von Textstrukturen." Eine textuelle Struktur des Zuschauers wird unterstellt - Horrorfilme als eine Art Einübung. Die Genretradition erlaubt eine intertextuelle Lesart - eine Wissensökonomie des Publikums wird unterstellt. Die Pawlowsche Konditionierung führt zu einer Angleichung des Erlebens bei den Zuschauern.
Beispiel: PsychoRama
Einblendung subliminaler "Elemente des Horrors". Verdrahtete Kinositze, die den Zuschauern eine zusätzliche Erlebnisdimension im Kino vermittelt haben.
Das Publikum konnte diese genre-reflexive Form der Einübung im Eigenerleben beobachten.

Emotionalisierung als Ökonomisierung des Sozialen - DISKUSSION

Stichworte:

  • Frage nach Verschiebungen der einzelnen Verortungen wenn diese als gesamter Komplex gedacht werden
  • Pastorale Macht generiert sich aus einem christlichen Verständnis, aus einer permanent sorgenden Person als Hüterin der Wahrheit
  • Qualität der Inszenierung als "Angebot" die Unmöglichkeit der Rollen in den Shows darzustellen und damit den führenden Wert derselben in Frage zu stellen
  • Darstellung eines Funktionspotentials durch die Gerichtshows
  • Alternatives Erklärungsmodell: Authentische Intention als Trend im aktuellen Fernsehen, die Gerichtsshows stellen hier ein weiteres Angebot, welches industriell und billig produzierbar ist, dar
  • Frage nach der Intention der Shows in Bezug auf die Beeinflussung der sozialen Rolle des Zuschauers
  • Frage wie man die Ökonomisierung des Sozialen verlassen kann. Optionale Gegenperspektive: Die Shows werfen die Frage auf ob die Menschen so regiert werden möchten
  • kein direkter kausaler Zusammenhang von Darstellung und Willen zur selbstgeführten Anpassung
  • Mediales Wissen als Fallback-Option wenn keine individuellen Erkenntnisse in spezifischen Situation verfügbar sind

Emotionalisierung als Ökonomisierung des Sozialen - D. Dumbadze

Emotionalisierung als Ökonomisierung des Sozialen - Selbstführung im Fernsehen

Selbstführung am Beispiel von Gerichtsshows, diese sind ein sozial semantisch codierter Raum im Fernsehen. Das Setting dieser Shows stellt sich als alltäglicher Zustand dar.

Die Transformation von Daily-Talks hin zu Gerichtsshows wird diskurstheoretisch als Veränderung der dispositiven Annahmen angenommen, in Form eines kontingenten Zusammenspiels kontingenter und nicht-kontingenter Faktoren.

Kultur der Ökonomisierung des Sozialen:
Orientierung an Foucoult mit der Frage nach einer Regierungsgouvernementalität, anhand von folgenden vier Punkten:

  1. Umkehrung des Verhältnisses von Staat und Mensch
  2. Menschliche Freiheit als Konzept
  3. Wettbewerb als Prinzip des Marktes
  4. Verallgemeinerung des "homo oeconomicus" -Modells

Orientierung am deutschen Ordo-Liberalismus, die die Idee einer natürlichen Freiheit ablehnen und konstatieren das die Freiheit erst durch Eingriffe in den Rahmen der Wirtschaft, seitens des Staates, konstruiert werden kann. Ungleichheit ist in diesem Kontext konstitutiv. Weitergehend fordert die Chicago School das der Staat selbst nach dem Prinzip des Marktes funktionieren soll.
Weiterer Bezug auf die Option das eigene Selbst als potentielles Humankapital aufzufassen.
Ein Wettbewerb der Ungleichheit soll durch den Staat gewährleistet werden. Die Einpflanzung des Wettbewerb und des Marktmodelles in den sozialen Bereich soll erfolgen.
Neoliberale Gouvernementalität bedingt dass das Modell des "homo oeconomicus" in allen Lebensbereichen zum Tragen kommt.Das gesamte Selbst wird als Investitionskapital aufgefasst, dieses soll und muss im Wettbewerb mit den Anderen immer wieder bestehen.

Anmerkungen

Gerichtsshows
In diesem Kontext stehen die Gerichtsshow, als Form des Bestehens im wettbewerbsorientierten Alltag. In den Gerichtsshows erfolgt eine narrativ abgeschlossene Einpflanzung des Rechts in den Alltag. Hierbei findet Identifizierung und Einführung von Moral und Norm über die Rechtsprechung statt, der Bürger handelt dann moralisch wenn er sich an die Gesetze hält.
Recht wird als etwas Alltägliches dargestellt.

These:
Aktivierung und Selbstführung des Bürgers zum Gebrauch des Rechts zum eigenen Vorteil, zur Vertretung der eigenen Interessen im Rahmen der jeweiligen Gesetze.

In diesem Kontext ist die sogenannte Biopolitik nutzbar, diese:

  • zielt auf den gesellschaftlichen Körper insgesamt
  • zielt auf das Individuum selbst -> Körper und Geist werden dabei zum Objekt des Wissens
  • es existiert ein „pastoraler Geist“ des Staates, ein Konzept vom Staat als „Hirte“

Literatur:
Foucault „Geschichte der Gouvernementalität“ & „Geburt der Biopolitik“

Samstag, 28. Januar 2006

Third Cinema Revisited - DISKUSSION

Stichworte zur Diskussion:
  • Zeichenökonomik zur Bezugsgenerierung des Nationalen
  • Nationalstaat als Collage und in dieser Form fragiles Gebilde
  • Wesen Indiens orientiert sich an Denkmälern und Kleidung - erinnert an Völkerschau und befindet sich daher im (post-) kolonialen Diskurs
  • Für sind diese Darstellungen ansprechend?
  • Notwendigkeit der Decodierung von touristischen Publikationen
  • Betrachtung der Rezeptionstrategien
  • Potential der Vergleichbarkeit der spezifischen Kulturen sollte untersucht werden
  • Ist eine Geschichte der wechselseitigen Projektion generierbar?
  • Ist die Abbildung des Fremden perse schon kolonial?
  • Relevanz von Authentizität in der spezifischen Kultur für die existenten gesellschaftlichen Gruppierungen

Third Cinema Revisited - A. Schneider

"The best of both world" - Film und Tourismus als Industrien des Begehrens am Beispiel von Indien und Deutschland

Grundlegendes Thema ist die Konstruktion von Authentizitätsvorstellungen.

Gemeinsames Merkmal beider Bereiche ist die Generierung von Begehren in beiden Industrien, ebenfalls das Anbieten von imaginären Produkten.

Diskursivität / Visualität / Imagination / Authentizität

Tourismus sollte als diskursive Praxis mit medialen Darstellungen zusammengedacht werden mit der Bildwelt des Films. Begründet darin das touristische Erfahrung existent wird am Bild und am Imaginären, ebenso wie dies bei der cineastische Erfahrung geschieht.
Tourismus kann in diesem Zusammenhang als Freiheitsprojektion der Romantik, als Fluchtmöglichkeit, in Analogie zu Ensenzberger, gedacht werden. Hierbei erscheint Tourismus als visuelle Praxis westlicher Subjekte in der Betrachtung durch die (ebenfalls westlichen) Kulturwissenschaften.

Darstellung der kulturellen Phantasie Tourismus anhand einer Exploration in das indische Kino, den Hindi-Filmen, in diesem Kontext wird Bollywood als kultureller Schick, aus Perspektive des Westens, aufgezeigt.
Das Auftreten von Indien in deutschen Kinos und Reiseplänen in medialer Darstellung wird dabei exemplarisch dargestellt.
Ethnische Authentizität wird unter anderem durch die Bildsprache der und für die Bollywood-Filme erzeugt, z.B. durch Kleidung und Farbgebung und -zeichnung. Diese Techniken und Umsetzungen der Authentizitätsgenerierung finden sich auch in der Text- und Bildsprache der Tourismus-Werbung.
Es handelt sich insgesamt betrachtet generell um ethnografische Darstellungen, die zugeschriebenen ursprünglichen Lebensformen entsprechen. Hier existieren immer noch Reste des imperialen Kolonialismus und des damit verbundenen Diskurses in der aufgenommenen Perspektivierung des authentischen Erlebens aus der Position des Ursprünglichen heraus.

Die deutsche Faszination für Indien geht dabei über den normalen Orientalismus hinaus. Sie ist stärker von kulturellen Aspekten getragen, deutsche Kulturwissenschaftler und Philosophen haben im 19. Jh. Indien als Vorgeschichte der deutschen Nation dargestellt. Diese kulturellen Prägungen sind noch virulent und bedingen die heutigen Studienreisen nach Indien, als Reise zu sich selbst, analog den früheren Studienreisen nach Italien. Dies ist aufzufassen als eine Form der Therapie und Psychoanalyse durch die Reise in die eigene Vergangenheit aufgrund der suggerierten Einnahme des Blickwinkels des "Ur-"Einwohners des indischen Subkontinents.

Generierung / Affinität / Affektivität

Generell ist zu konstatieren das die Affinität von touristischen und cineastischen Versprechen auf Basis einer gesteigerten gegenseitigen Affektivität existent wird. Beispielhaft für diese konnektiven Praktiken ist die Einbindung schweizerischer Landschaften in Bollywood-Filmen als Hintergründe für die picturized-songs, damit wurde ein affektives Erleben generiert.
In den Bollywood-Filmem finden sich zahlreiche nicht-indische Drehorte motiviert durch touristische Reisen. Das Hindi-Kino dient(e) hier dem Publikum als touristischer Reiseführer. Hervorzuheben ist das hier vor allem künstliche Welten, im Sinne von nicht originär zusammengehörigen geographischen Einheiten, geschaffen werden. Thematischer Hintergrund ist nicht das Land oder die Region sondern der Besuch der spezifischen Orte und Landschaften welche innerhalb eines einzelnen Films als kohärent thematisiert werden. Es handelt sich um einen Tourismus in eine künstliche Genese einer Vorstellung des besuchten Landes. Selbstverständlich wird daher nicht das echte, authentische, westlich-kongruente, Europa besucht, sondern das cineastisch Abgebildete, ein im lokalen Kultur-Diskurs imaginär-konstruierter Raum "Europa".
An dieser Stelle findet eine Umkehr der Vorzeichen der gewünschten Erfahrung welche in Indien und in Europa an Tourismus und Film der jeweiligen anderen Welt adressiert wird.

Industrialisierung von Kommunikationsarbeit & GPS - Gemeinsame DISKUSSION

Stichworte zur Diskussion
  • Werden mit dem GPS auch "Führungskräfte" im Bezug auf "emotionale Fähigkeiten" optimiert?
  • Ist die Selbstoptimierung von Call-Center Mitarbeitern bzw. Erziehung des Kunden durch Anreizsysteme motiviert?
  • Abbildung von Lean Management Prozessen in Verwaltungsstrukturen?
  • Identitäsverändernde Wirkungen von Call-Centern, Anpassung und Einfühlung der Agenten.
    (Beispiel: Indische Call-Center Mitarbeiter färben sich die Haare blond und legen sich einen amerikanischen Akzent zu)

  • Kennziffersysteme: Findet eine Bewertung und ein Scoring der Kunden durch die Agenten statt?

Ganzheitliche Produktions-Systeme (GPS) - G. Hurrle

Bei den ganzhetlichen Produktions-Systemen werden fünf betriebliche Subsysteme integriert:
  1. Team und Gruppenarbeit
  2. Standardisierung der Arbeitsprozesse
  3. Qualitätsprozess (Null-Fehler Produktion)
  4. Just in Time Prozess
  5. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Das GPS ist einerseites eine Beschreibung des Produktionssystems und damit ein Medium, andererseits ist es selbst ein tatsächliches Produktionssystem.
Aus der Sicht des Organisators strukturiert das GPS das Prozess gewordene Medium. Das GPS ist andererseits eine Art Bauanleitung und Prozess selbst. Die permanente Verbesserung von Produktionsprozessen ist eine Hauptaufgabe des GPS. "Lean Production" bzw. das "Toyotistische Produktionssystem" setzt am Kundenwunsch an und ist eine logistisch orientierte Produktion, sie soll eine schnellstmögliche Umsetzung dieser in Fertigungsaktivitäten gewährleisten. Jeder Auftrag wird für sich betrachtet und baut auf eine hohe Eigenverantwortlichkeit. Es findet eine tendenzielle Trennung von Anweisung und Ausführung statt.
Prozesse sollen so ausgerichtet sein, dass ein Just in Time Produzieren möglich wird. Gefordert ist ein "Im Fluss" arbeiten statt einer permanenten Beschleunigung der Arbeitstätigkeit. Die Konsequenz dieser neuen Form der Tätigkeit haben weniger Zeitdruck bei den Mitarbeitern zur Folge, schliessen allerdings ein "Gegen das Band" arbeiten aus. Derartige Systeme erfordern einen aufgeklärten Führungsstil, der motivierend auf die Selbstoptimierung der Arbeit einwirkt. Selbstoptimierung und Prozessoptimierung wird Kernaufgabe des GPS.
Derartige Systeme sind in der deutschen Automobilindustrie im Gspräch, in Japan wird GPS weitgehend bereits eingesetzt.

Zur Industrialisierung von Kommunikationsarbeit - F. Kleemann

Zur Industrialisierung von Kommunikationsarbeit in Call Centern - arbeitssoziologische Perspektive
Call-Centern dienen grundsätliche der Kommunikation von Kunde und Unternhmen. (multi-channel Kommunikation) Hauptsächliche werden die Dienstleisterinnen an einem Ort zentralisiert. Im Gegensatz zu frührt werden die Dienstleistungen heutzuage größtenteils computerbasiert erbracht. Technische und organsisatorische Rahmungen organisieren die Tätigkeiten von Call-Centern. (z.B. Jingle, Eingabe von Kundennummer, Warteschleife, Begrüßungsformel etc.)
Den Agenten steht ein umfangreiches Informationssystem mit möglichst effizient vernetzten Datenbanken zur Verfügung. Dies technische Elemente ermöglichen eine Normierung der Vorgehensweise bei der Sachbearbeitung.
Die Agenten sind in unterschiedlichen Skill Levels eingeteilt, die ja nach Anliegen des Kunden spezifische Anforderungen erfüllen. Weiterhin wird die Kommunikation der Agenten anhand von Scripts und Gesprächsleitfäden gesteuert. Schulungen und Coachings sorgen für die die nötige kommunkativen Kompetenz, die im betrieblichen Sinne produktive Geschprächsweisen bei den Agenten zur Folge haben soll. Die Arbeit von Call-Center Agenten kann als informatisierte Kommunikationsarbeit bezeichnet werden, im funktionalen Sinne sollen die alltagssprachlich vorgebrachten "Probleme" in die "Sprache" des System transferiert werden. Die Agenten sind also eine Art Vemittler/Schnittstelle zwischen der Organisation und ihren Kunden. Die "Kundenorientierung" wirkt sich in einer individualisierten Administration von standardisierten Dienstleistungsoptionen aus bei der die widersprüchlichen Anforderungen mit Spielräumen für eine eigensinnige Ausgestaltung der Tätigkeit vereinbart werden.
Durch diese Industrialisierung der Arbeitsform durch den Einsatz von integrierten Datenbanksystemen findet jedoch auch gleichzeitig eine Dequalifizierung der Arbeitenden statt. Die fachlichen Qualifikationen stehen in den Datenbanksystemen bereit und können abgerufen werden, sie müssen den Arbeitenden nicht mehr aufwendig beigebracht werden. Medien ermöglichen hierbei neue Organisationskonzepte der Kommunikationsarbeit und damit eine zusätzliche Ökonomisierung der Untenehmenskommunikation mit den Kunden.

Medien der Rationalisierung - DISKUSSION

Stichworte zur Diskussion:
  • Darstellung von Produktionsstörungen
  • Tendenziell sind für öffentlichkeitsorientierte Filme nur positive Darstellungen zu erwarten
  • Darstellung des Umbruchs der Körperlosigkeit in der Arbeit
  • Analogie Marx / Heidegger in der Metaphorik des Schauens auf die Arbeit

Medien der Rationalisierung - V. Hediger

Problemskizze zu Themen wie Macht, Kommunikation, Ökonomie, Implementierung von Medien in der Ökonomie.

Potentielle Fragestellung:
Welche spezifische Rolle hat die Produktion bildmedialer Komponenten auf eine ökonomische Organisation und ihre Herausbildung?

Verständnis von Rationalisierung als Optimierung von Abläufen, Steigerung von Output und/oder Effizienz mit Vorher- Nachher- Betrachtung.
Rationalisierung als Zwecksetzung mit verschiedenen Mitteln, vor allem auf Basis der technischen Innovation. Industriemaschinen als "Industrie der Industrie" und Rationalisierungsmotor.
In diesem Kontext dienen Medien, als Einzelmedien, der industriellen Organisation und damit der Rationalisierung (vgl. Yates hypothesis - "Control through communication" - Fallstudie - MIT). Dies bedingt ein Verständnis der Medien als Apriori der Ökonomie, in strukturbildendem Sinne.
Industrie basiert auf Medien, mediale Innovation verbessert tendenziell die Potentiale der Rationalierung, speziell im Hinblick auf Information und Kontrolle.

Im Ergebnis erklärt die Managementtheorie als Schluss für Unternehmensführung und -Organisation:
Kommunikation ist ein Mittel der Kontrolle und muss ihrerseits optimiert werden.

Fragestellung der Medienwissenschaftler:
Sind Medien Hilfsmittel der industriellen Organisation oder strukturieren sie ihrerseits?

Beispielhafte Problemskizze: Film "Angestellte in unserer Zeit" (ca. 1963; 25 Min. - R: Rudolf Kipp (Anm. d.V. Auftragsfilmer/Industriefilm); B: Karl W. Boetticher), Auftraggeber hier: DGB, als Rekrutierungsfilm für Angestellte gedacht.
Inhalt:
Situation und Potentiale der Angestellten. Zwei Hauptdarsteller als Kontrahenten: Büroangestellter und Elektronenrechner. Rechner als Rationalisierungsschub, als Ersatz für die Angestellten oder zur Produktivitätssteigerung. Angestellte sollen sich engagieren zur Arbeitsplatzsicherung und/oder Lohnsteigerung. Angestellte werden dargestellt als Klasse ohne Bewußtsein, dies soll möglichst durch den Film verändert werden.

Mediale Schnittstelle von Diskurs und Organisationsform mit drei Faktoren:

  • Darstellung der Medien der Rationalisierung
  • Appropriation der Formen des Industriefilms
  • Medien, Darstellung, industrielle Organisation

Arbeit verschwindet unter den Bedingungen der Kybernetik. Zudem verlagert sich Arbeit in den Bereich des Denkens, Verlust des Physischen. Es findet eine Orientierung an einem Modell des Wissens statt, der Arbeiter ist Steuermann der strukturellen Beziehung mit der Maschine.

RRR - Record Redirect Rationalsation
Drei Funktionen von Medien in der Industrie:

  • Aufzeichnung von Tätigkeiten
  • Einbindung und Führung von Mitarbeitern
  • Ermöglichung der Optimierung von Arbeitsfunktionen

Medien und ihre Formen sind schon immer Teil des Systems der industriellen Produktion und Organisation, daher besteht für die Medienwissenschaft die Notwendigkeit des Begreifens dieser nicht-vorhandenen Neutralität.

Zeit-Ökonomie des Branding - DISKUSSION

Stichworte zur Diskussion
  • Ist das was Blackspot macht tatsächlich eine andere Ökonomie? Ist es nicht lediglich ein Gegenpol zu Nike?
  • Ist es nicht lediglich eine Suche nach der richtigen Strategie? Ein Kampfplatz antagonistischer Kräfte?
  • Gibt es bestimmte Denkmuster, die sich in den Alltagspraktiken derart durchsetzen, dass sie das Fragen nach anderen Alltagskritiken verbauen? Läuft diese Warenform auf Immaterialisierung hinaus?
  • Wenn "Alles" Kapitalismus ist, sind die Medien nicht die erste systemerhaltende Kraft, das "Anti-Sein" kann dann doch nur aus einer völligen "Medien-Enthaltsamkeit" bestehen?
  • Ist Verweigerungshaltung eine Art von Strategie, ist reines "nicht-mit-tun" der Ausstieg aus der Zirkulation?
  • Der Kapitalismus schafft es diese "Subkulturen" in sich zu integrieren.
  • Das Zirkulationsmodell von Marx beruht nicht auf Wachstum.

Zeit-Ökonomie des Branding - U. Bergermann

Kreisen, Fühlen, Unterbrechen.
Eine Anti/Zirkulationskampagne.

"Geld läßt Waren zirkuieren, es zirkuliert sebst." Karl Marx.
Gibt es etwas wie einen guten Tausch?
Derrida spricht von Verlust und Trauerarbeit bzgl. des Geldes. Im Computerzeitalter wird das Aufrechterhalten von Zirkulation immer bedeutender.
"Zirkulation hält den Kapitalismus am Laufen". Wie ist es um das eigene Mitzurkulieren bestellt? Kann man aus der Zirkluation aussteigen? "Rückzug in die Passivität ist der erste Schritt in die Aktivität." (Zizek)
Dittmann spricht vom Versagen des "paktierenden Denkens". Ein anarchisches Denken wird eingefordert. Zirklulieren und Anhalten sind eine Haltung der Theorie.
Ein kapitalismuskritisches Projekt eines No-Brand Turnschuhs soll als Beispiel für diese konsumkritische Haltung dienen - der BlackSpot Shoe:
Krititker der Konsumkultur benutzen die medialen Flächend des kritisierten selbst, sie steigen in die Zirkulation der Bilder ein. Nicht nur das Deisgn wird benutzt sondern eigen Design eingeführt - der Blackspot. (Eine Art Störung des etablierten Marken-Logos, Bsp. Nike).
Der Blacksport sneaker kann zwar gekauft werden, es kann aber auch durch eine No-buy Haltung einfach das Blackspot-Logo auf einen alten Turnschuh aufgeklebt werden um so die Zugehörigkeit zu kennzeichnen.
Der Sneaker der zweiten Generation trägt der Untertitel "the unsweasher". Mit Kauf der Schuhs wird maqn automatisch Auktionär und darf mitbestimmen.
Mittlerweile beschätftigt Blackspot ca. 20 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als Global Player.
Der Schuh stellt ein materielles Durchgangstadium für einen andere Öknomie dar. Die medialen Codes müssen bekannt sein, damit die Kritik deutlich wird. Die Kommunikationsformen müssen flexibel bleiben. Das Authenitsche wird auch in den Antiästhetik-Clips der grossen Hersteller verwendet werden. Der Fake funktionert am besten, wenn die Distanz zum Orginal minimiert wird.
Immaterielle Waren werden an Waren angehaftet - Branding. Das Handelsgut muss einem emotionalen Mehrwert bezeichnet werden. Es sind abstrakte und emotionale Werte, die den Produkten zugeordnet werden - Lifestyle ist das Motto. Die virtualierten Werte halten die Zirkulation dennoch aufrecht.
Dematerialisierung - von Eigentum zum Verwalten von
Brands sind Interfaces die Informationen transportieren, es sind Medien der Übertragung. Gibt es einen Zusammenhang von Medium und Ware?
Ohne das Internet ist der Blackspotsneaker nicht denkbar, er ist ein Ding-Medium, die Eigenbewegung des Kapitals selbst, ein verkörperter Durchgang des Kapitals.
Zurück zum Interface:
Das Branding ist zugehörig ohne zugehörig zu sein. Kann es so etwas wie einen Echtzeit-Sneaker geben?
Eine kohärente Zeit des Marktes ist immer unmöglicher.
Plakatwände beschrieb Benjamin als Objekte die in die Seele des Menschen hineinschauen. Kommt ein Branding ohne den Schock aus? Bei Benjamin lesen sich die Interfaces wie Memesis-Maschinen. Ist Benjamin auch schon in die Zirkulation eingestiegen? Ist es möglich sich nur für die "richtigen" Waren zu entscheiden?
Eine unabhängige Nutzung des Massenkultur - die Kunst des Dazwischen-Seins ist der einzige Weg wahrer Freiheit in unserer Kultur. Das Durchschauen des Spiels auf intelektueller Ebene. "Wie kann das Echte im Falschen partiell gerettet werden?"

Begriffe Medien und Information in der ökonomischen Theorie - DISKUSSION

Stichworte zur Diskussion
  • Internet ruiniert die Volkswirtschaft, da das Prinzip des Konsumausschlusses nicht mehr funktioniert
  • Wettbewerb als regulierendes Prinzip
  • was investiere ich als Konsument - der Wert eines Gutes bestimmt sich aus dem Grad der individuellen Wertigkeit, als relationaler Wertbegriff
  • neoklassischer Wertbegriff: Wert der investierten Güter
  • Ökonomen haben keinen Medienbegriff, nur im Sinne von Produktionsgut und Kapital als konkreter Gegenstand
  • Medium als Quelle von Kontingenz (Luhmann), daher ist Medium = Kommunikation, nicht Information, ein Pool der Formbildung -> daher können technische Modelle nicht greifen

Begriffe Medien und Information in der ökonomischen Theorie - J.-O. Hesse

Die Begriffe Medien und Information in der ökonomischen Theorie des 19. und 20. Jahrhunderts
Gesetzmäßigkeiten der Ökonomie als Ideologie
Veränderung der Thematisierung von Medien in der ökonomischen Theorie
Ökonomen beschäftigen sich nur mit Medien wenn das ökonomische System sich in einer Krise befindet
historische Perspektive
Zeiträume 1857, 1929/30 und 1970 werden betrachtet mit Geld als Sprache des Wirtschaftssystems, als Informationseinheit
1857: Spekulationskrise, durch Entstehung des stark ausgebauten Eisenbahnnetzes und einer Rekordernte ausgehend von den USA
Karl Knies: Telegraph als ökonomischer Wert, Nachrichten reisen schneller als Personen, Nachrichten werden assoziert konsumiert, Potential für Spekulationsgewinne -> Veränderung des ökonomischen Systems auf Grundlage einer stagnierenden weltwirtschaftlichen Entwicklung
1929/30: Schwarzer Freitag
Unternehmensgröße wächst mit technischer Innovation - Entstehung von Operations Research
Ökonomischer Wert ist bedingt druch die Frage nach Konsumausschluß
Zentrale Fragestellung: Wie wird Information in einem Produktionsprozeß genutzt?
1970er: Ölkrise
Technischer Fortschritt durch Computing. Ökonomische Abbildung der Produktion von Wissen - "Knowlegde Industry" - Höhepunkt des Produktionsparadigmas.
Problem der Erfassung und Messung von Information -> Wissen als Kapitalgut auf Basis von Information als Analogie zur Kapitalakkumulation.

Innovationsschübe von Medien auf dem Feld der ökonomischen Theorie.
Generelle Frage: Wie wird Information hergestellt?
Es existiert kein Versuch einer Thematisierung der Begriffe jenseits der Produktionsorientierung, dies birgt Erkenntnis- und Innovationspotential.

Medien der Vervielfältigung, Techniken der Verwertung - DISKUSSION

Stichworte zur Diskussion:
  • Künstlerische Innovation durch den Phonographen
    Paradigmenwechsel durch die sachliche Beschreibung der Medien durch das Recht
  • Idee der Urheberschaft von Medien als essentieller Faktor für die ökonomische Einbindung, entsteht vor allem durch die Möglichkeit der Vervielfältigung
  • Gibt es Differenzierungen zwischen komponierter und populärer Musik
  • Rechtsgängigkeit der Eigentumsfrage(n)
  • Radio als Gegner von Noten - "Verschwinden der künstlichen Inspiration"
  • Die ökonomischen Auswirkungen des Copyrights sind z.B. eine Umgestaltung des (Radio-)Programmes
  • Copyright USA vs. Europa : Einzelperson vs. Kollektiv
  • Urheberrecht rationiert den Zugang zu Wissen, Bildung und Kultur

Medien der Vervielfältigung, Techniken der Verwertung - M. Dommann

Medien der Vervielfältigung, Techniken der Verwertung: Musikdose, Phonograph, Radio

Im 19. Jahrhunderts gab es ein dominantes Verständnis von Autorschaft und Urheberrecht. Die Musikdose und der Phonograph stellten die Fixierung eines menschlichen Vortrages dar, wobei die mechanische Aufzeichnung durch die Tondose keine ästhetischen Bedürfnisse erfüllen muss und keine künstlerische Persönlichkeit besitzt. Dies verändert sich mit der phonographischen Produktion, hier entsteht Originalität, da es ein "geschickt aufgefangener und in die Unsterblichkeit hinübergeretter menschlicher Vortrag" ist.

Verrechtlichung neuer Vervielfältigungsmedien bedingen neue Verwertungsmöglichkeiten, in diesem Kontext entstehen Organisationen zur Verwertung künstlerischer Produkte:

  • Frankreich: SACEM (1850)
  • Österreich: AKM (1897)
  • Deutschland: „Genossenschaft deutscher Tonsetzer“ (1903)
  • „Anstalt für musikalische Aufführungsrechte“ (1903)
  • "Anstalt für mechanisch-musikalische Rechte“ (1909)
  • Grossbritannien: „Performing Right Society“ (1914)
  • USA: ASCAP (1914)
Diese sind "visible hands", welche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen und tendenziell monopolistisch wirken.

Veränderung des Kontextes durch das Aufkommens des Radio - Notwendigkeit der bürokratischen Verwaltung und der Schaffung von Lizenzmodellen. Es entsteht eine Verrechtlichung und Ökonomisierung des Urheberrechts.

Phonograph wandelt die Wahrnehmung und Verbreitung von Musik, die Einbindung in die Geldströme war dann durch die Schaffung von Rechte-Verwertungs-Organisationen möglich.

"One best way" - DISKUSSION

Stichworte zur Diskussion:
  • Relevanz des Einsatzes des Begriffes "Management"
  • Verhältnis Taylor - Gilbreth: Disziplinierung - Optimierung
  • dienen bildgebende Verfahren zur Legitimierung oder physischen Optimierung der Arbeitsprozesse
  • Welche ökonomischen Theorien finden sich in der Epistemologie wieder
  • Implizites Wissen wird explizit gemacht

Von der Durchdringung zur Ausnutzung - F. Hoof

„One best way“ - Bildgebende Verfahren der Ökonomie und Innovationen der Managementtheorie ab 1860

Bildgebende Verfahren der Ökonomie als strukturverändermder Innovationschub der Managementtheorie ab 1860
Inhalte:

  1. Epistemologie
    Wandel
    Bildgebende

Synchronisation von Zeit und Bewegung
Einschreibung von Wissen in die fotografierte Abbildung von seriellen, abgeschlossenen Bewegungen, allerdings mit dadurch entstehender Einschränkung des Fokus. Es entsteht ein mechanistisches Körperbild.

Darstellung der historischen Situation aus Sicht der Ökonomie:
Wandel des Managements in der Kontrollkrise, welches sich bis dahin aufgrund des charismatischen Fabrikbesitzers konstituiert. Es werden Informationsflüsse eingerichtet und optimiert.
Dies stellt den Entstehungskontext von bildgebenden Verfahren in der Ökonomie dar. Gilberth entwickelt das zyklographische Verfahren zur Bewegungsrationalisierung als ABC der wissenschaftlichen Betriebsführung. Es entstehen instruktive Bilder mit Drahtmodellen für das Verhalten der Arbeiter. Diesem inhärent sind zwei Funktion: Wissensproduktion und rhetorische Zwecke.
Dieses war konstitutiv für die Entwicklung der Ökonomie und das Aufkommen des Controlling in derselben.

Zusammenfassend geht es um die Einschreibung der bildgebenden Verfahren in die Ökonomie durch die Kontrollkrise.

Freitag, 27. Januar 2006

Schwarm oder Masse? - DISKUSSION

Stichworte zur Diskussion:
  • Pandora als Wunschmaschine
  • individualisierte Shuffle-Logik als Motivations- und Emotionserzeugung auf Seiten des Users
  • Schwarm-Diskurs als positive Konnotation des Massen-Diskurses
  • Notwendigkeit der Dichotomie von Masse und Individuum-> Versuch des Aufbruchs durch den Begriff des Schwarms
  • Ökonomisierung des Schwarm-Begriffes durch das Marketing , Veränderung hin zum Warenverkauf
  • Bedingt der Schwarm die Ausformungen in der KI und in den neuen Medien oder bedingen die neuen Medien die Wahrnehmung und Entstehung des Schwarms
  • Frage nach neuem Rezeptionsmodell mit dem Begriff des Schwarms, Problematik der latenten Homogenisierung
  • Frage nach Begründung der Schwarm-Intelligenz - These einer evolutionären Intelligenz (Tierreich: Insekten)
  • Schwarm-Intelligenz ergibt sich aus heterogener Form, Güte-Kriterium ist der Grad der fehlenden Beeinflussung der Individuen untereinander
  • Statistische Objektivität durch Schwarm-Bewertung
  • Wiederentdeckung des "generell intelect" - der kollektiven Intelligenz geht tendenziell über den medienwissenschaftlichen Horizont hinaus

Schwarm oder Masse? - Dr. R. Adelmann

Schwarm oder Masse? -Mechanismen der Selbstrukturierung der Medienrezeption

pandora.com als Beispiel für Selbststrukturierung der Medienrezeption in Form des Musikentdeckers.(Anm. d.V.: Personalisierte Accounts, werbefinanziert)
Bewertung von Pop-Songs nach 400 Attributen lieferte eine Datenbank die sich als selbstlernender DJ darstellt.
Elemente der Selbststrukturierung:
Expertenbewertung
Eigene Angaben des Musikgeschmacks
Algorithmus zur individuellen Bewertung
Antwort auf die Krise der Musikindustrie - durch individualisierte Strategie als Loslösung von CDs.
Frage-Antwort-Spiel - gelungener Mensch-Maschine-Dialog
Überraschung und Kontingenz - statisch kontrolliert durch DB
Ansprache auf individuellen Musikgeschmack

Rezeptionsmodelle - Wechsel des Diskurses von Masse zu Schwarm

Verknüpfung von Masse und Statistik (nach Nietsche) - Vielschichtigkeit und Unschärfe des Massenbegriffes.

Zur Masse:
Kulturtheoretische Medienwissenschaft greift auf Massentechniken zurück. Masse steht für nicht greifbare Relevanz
Unterschiedliche Formen
Konflikt zwischen Masse und dem Individualisierbaren der Medienrezeption: statische Individualisierung der Massen
Vorschlag: Massenhaftes in den Ordnungs- und Wissenssystemen der populären Kultur suchen und Formen der Selbststrukturierung finden, es stellt sich die Frage nach Ordnungs- und Wissensstrukturen dieser Kultur.
Beschreibung medialer Phänomene denen eine Wahrnehmungsstruktur zugrunde liegt – z.B. Bewertungssysteme.
Austauschprozesse am Beispiel von Suchmaschinen: Qualität wird gemessen am Grad der Unabhängigkeit der Treffer von kommerziellen Angeboten.
Es findet ein "One-to-many-flow" mit Individualisierung durch die Vorlieben des Nutzers statt -> individualisierte Masse.

Zum Schwarm:
Dieser stellt eine Modularisierung des Massenbegriffes dar. Hierbei handelt es sich z.B. um verteilte Systeme oder peer-to-peer-Netze als Wissens- und Ordnungssysteme.
Kern der Definition von Canetti in „Masse und Macht“: Masse will wachsen. Hierzu existiert eine synonyme Beschreibung der Massen in Schwarm-Form z.B. bei Howard Rheingold in „Smart Mobs“ (bei changex), Es finden sich Analogien zu Ameisen und Vögeln, diese sind immer positiv besetzt, es findet keine (politische) Verführung statt.
In diesem Kontext entsteht ein Zusammenspiel von Produktions- und Rezeptionsweisen in Form einer Schwarm-Intelligenz der smarten Mehrheit.

Willkommen zu "Produktion - Information - Emotion"

Einführung mit thematischem Überblick durch Dr. Markus Stauff und Dr. Daniel Gethmann.

Einladungstext:
Medien und Ökonomie sind auf ganz unterschiedlichen Ebenen miteinander verflochten und voneinander abhängig. Zunächst sind Medien (insbesondere die so genannten Massenmedien) als Wirtschaftsunternehmen strukturiert, die allerdings aufgrund ihrer je spezifischen Produktion und Produktionsprozesse Besonderheiten gegenüber anderen Unternehmen aufweisen.
Zugleich sind die Medien ein (zunehmend bedeutender) Bezugspunkt für jegliche unternehmerische Aktivität: In den Medien findet (durch Werbung etc.) Produktdifferenzierung statt; die Medien (vor allem der Film)schaffen Aufmerksamkeitszentren, die für andere Produkte benutzt werden (Merchandising etc.).
Darüber hinaus prägen die Medien, indem sie Raum und Zeit ebenso restrukturieren wie die Formen von Kommunikation und Information schlicht die Grundlagen ökonomischer Prozesse. Insofern sind die Medien in vielfältiger Weise in die historischen Veränderungen ökonomischer Prozesse eingebunden. Alle medialen Spezifika – Wahrnehmungs- und Darstellungsformen, Ästhetiken und Kommunikationsstrukturen – sind dabei potenzielle Schnittstellen, die keineswegs nur auf der Ebene der Ideologie, sondern auch auf der Ebene der Kapitalakkumulation zur Reproduktion der kapitalistischen Gesellschaft beitragen.
Wie diese Verflechtungen aussehen und wie mediale Prozesse, Produkte, Formen etc. Teil der politischen Ökonomie werden (und diese verändern), soll an einer Reihe von Beispielen diskutiert
werden. Produktion, Information und Emotion stehen dabei exemplarisch für unterschiedliche Aspekte der Medien, die in je eigener Art und Weise in die kapitalistische Wertbildung, Zirkulation und Akkumulation eingehen. Anhand der Beispiele soll dabei zugleich die historische Frage neu perspektiviert werden, ob durch die zunehmende Mediatisierung der Stellenwert von Informationen oder von Aufmerksamkeit den von Gütern und Geld übersteigt.

Die konzentrierte gemeinsame Arbeit über drei Tage im Bildungszentrum des DGB in Hattingen erlaubt dabei intensivere und zugleich offenere Diskussionen als der routinierte Seminarbetrieb.

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Information

Produktion – Information – Emotion. Zur politischen Ökonomie der Medien

Seminar / Tagung des DGB Bildungszentrum Hattingen in Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum, und dem Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Technische Universität Graz

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Literatur

DiMaggio, Paul: Culture and Economy.
In: Smelser/Swedberg (Hg.): The handbook of economic sociology. New York 1994, S. 27-57.

Engell, Lorenz: Von der Medientechnik zur Geldkultur.
In: Hebecker/Kleemann/ Neymanns/Stauff (Hg.): Neue Medienumwelten - Zwischen Regulierungsprozessen und alltäglicher Aneignung. Frankfurt/New York 1999.

Franck, Georg: Ökonomie der Aufmerksamkeit.In: Merkur 47, 9/10, S.748-761.

Garnham, Nicholas: Contribution to a political economy of mass-communication.

Marx, Karl: Einleitung zur Kritik der politischen Ökonomie.
In: Marx: Werke, Band 13. Berlin 1961, S. 615-642.

Winkler, Hartmut: Tauschen, Austauschen, Kommunizieren. Netzbildung in Ökonomie und Medien
In: Barkhoff/ Böhme/Riou (Hg.): Netzwerke. Eine Kulturtechnik der Moderne. Köln 2004, S. 309-318.

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