Kreisen, Fühlen, Unterbrechen.
Eine Anti/Zirkulationskampagne.
"Geld läßt Waren zirkuieren, es zirkuliert sebst." Karl Marx.
Gibt es etwas wie einen guten Tausch?
Derrida spricht von Verlust und Trauerarbeit bzgl. des Geldes. Im Computerzeitalter wird das Aufrechterhalten von Zirkulation immer bedeutender.
"Zirkulation hält den Kapitalismus am Laufen". Wie ist es um das eigene Mitzurkulieren bestellt? Kann man aus der Zirkluation aussteigen? "Rückzug in die Passivität ist der erste Schritt in die Aktivität." (Zizek)
Dittmann spricht vom Versagen des "paktierenden Denkens". Ein anarchisches Denken wird eingefordert. Zirklulieren und Anhalten sind eine Haltung der Theorie.
Ein kapitalismuskritisches Projekt eines No-Brand Turnschuhs soll als Beispiel für diese konsumkritische Haltung dienen -
der BlackSpot Shoe:
Krititker der Konsumkultur benutzen die medialen Flächend des kritisierten selbst, sie steigen in die Zirkulation der Bilder ein. Nicht nur das Deisgn wird benutzt sondern eigen Design eingeführt - der Blackspot. (Eine Art Störung des etablierten Marken-Logos, Bsp. Nike).
Der Blacksport sneaker kann zwar gekauft werden, es kann aber auch durch eine No-buy Haltung einfach das Blackspot-Logo auf einen alten Turnschuh aufgeklebt werden um so die Zugehörigkeit zu kennzeichnen.
Der Sneaker der zweiten Generation trägt der Untertitel "the unsweasher". Mit Kauf der Schuhs wird maqn automatisch Auktionär und darf mitbestimmen.
Mittlerweile beschätftigt Blackspot ca. 20 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als Global Player.
Der Schuh stellt ein materielles Durchgangstadium für einen andere Öknomie dar. Die medialen Codes müssen bekannt sein, damit die Kritik deutlich wird. Die Kommunikationsformen müssen flexibel bleiben. Das Authenitsche wird auch in den Antiästhetik-Clips der grossen Hersteller verwendet werden. Der Fake funktionert am besten, wenn die Distanz zum Orginal minimiert wird.
Immaterielle Waren werden an Waren angehaftet - Branding. Das Handelsgut muss einem emotionalen Mehrwert bezeichnet werden. Es sind abstrakte und emotionale Werte, die den Produkten zugeordnet werden - Lifestyle ist das Motto. Die virtualierten Werte halten die Zirkulation dennoch aufrecht.
Dematerialisierung - von Eigentum zum Verwalten von
Brands sind Interfaces die Informationen transportieren, es sind Medien der Übertragung. Gibt es einen Zusammenhang von Medium und Ware?
Ohne das Internet ist der Blackspotsneaker nicht denkbar, er ist ein Ding-Medium, die Eigenbewegung des Kapitals selbst, ein verkörperter Durchgang des Kapitals.
Zurück zum Interface:
Das Branding ist zugehörig ohne zugehörig zu sein. Kann es so etwas wie einen Echtzeit-Sneaker geben?
Eine kohärente Zeit des Marktes ist immer unmöglicher.
Plakatwände beschrieb Benjamin als Objekte die in die Seele des Menschen hineinschauen. Kommt ein Branding ohne den Schock aus? Bei Benjamin lesen sich die Interfaces wie Memesis-Maschinen. Ist Benjamin auch schon in die Zirkulation eingestiegen? Ist es möglich sich nur für die "richtigen" Waren zu entscheiden?
Eine unabhängige Nutzung des Massenkultur - die Kunst des Dazwischen-Seins ist der einzige Weg wahrer Freiheit in unserer Kultur. Das Durchschauen des Spiels auf intelektueller Ebene. "Wie kann das Echte im Falschen partiell gerettet werden?"
tbrub - 28. Jan, 14:06